Publikationen

Signal  2001


01 Vorwort

02 Portrait Josef Matl

03 Die Deutschen in Slowenien 1918-1941

04 Die Stajerc-Partei in den Jahren 1914-1918

05 Die neuen Nachbarn

06 Steirer und Stajrer - Ein Sprachenfest

 

Vorwort

Das Jahr 2001 kann als erfolgreichstes in der politischen Entwicklung der Vereinsgeschichte bezeichnet werden. Zwar ist die Anerkennung der Volksgruppe bis dato noch immer nicht faktisch, also durch eine Aufnahme in den Minderheitenbeirat umgesetzt worden, jedoch sehen wir an den Ereignissen des abgelaufenen Jahres, dass es zu einer merklichen Stimmungsverbesserung im Bundesland Steiermark gekommen ist. Vor allen Dingen hat der Besuch von Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic eine spürbare Wende in dieser Causa eingeleitet. Wir sehen darin eine klaren  Paradigmenwechsel in der Landespolitik und ein starkes Zeichen in Richtung positiver Junktimierung, hat sich doch in Slowenien in der Anerkennungsfrage der deutschen Volksgruppe im Frühjahr dieses Jahres Einiges getan.


Der slowenische Botschafter in Österreich, DI Ivo Vajgl und
Landeshauptmann Waltraud Klasnic
bei ihrem Besuch im Pavel-Haus am 4. Mai 2001


Das Pavel-Haus hat auch 2001 wieder durch eine Vielzahl von Veranstaltungen bewiesen, dass es seinen Grundsätzen, nämlich gleichzeitig eine Brückenfunktion zu erfüllen, und ein sichbares Statement der Volksgruppe der Steirischen Slowenen zu sein, treu bleibt. Gelungene Vernetzungsarbeit, wie die Aufnahme in das Programm des steirischen herbstes und in jenes der Kulturhauptstadt Graz 2003, der starke Besucherstrom im Haus und der geplante Ausbau der ständigen Ausstellung über die Volksgruppe, sind die wichtigsten Schritte, die hier zu nennen wären.

 

In dieser Broschüre finden sich drei wissenschaftliche Beiträge, die einen Blick in die jüngere Vergangenheit der Region werfen, aber aufgrund des Themenbereiches tagespolitische Aktualität erlangen.


Michael Reichmayr beschreibt in seinem Beitrag den Lebensweg eines großen Sohnes aus dem Raum Steiermark/
Štajerska, Josef Matl, und bringt in einem Nebensatz einen programmatischen Ausruf, den auch Vertreter des Vereines immer wieder zu hören bekamen: „Der Matl will Graz slavisieren“. Reinhard Reimann, den wir im Herbst des Jahres 2001 im Pavel-Haus als Vortragenden begrüßen durften, beschäftigt sich in seinem Aufsatz mit der deutschen Volksgruppe in Slowenien in den Jahren 1918-1948. Gerade im Zuge der Verhandlungen bezüglich des österreichisch-slowenischen Kulturabkommens im Zusammenhang mit den Volksgruppen auf beiden Seiten der Grenze ist dieser Rückblick als brandaktuell zu werten. Ivan Rihtarič befaßt sich in einem kurzen Ausschnitt aus seiner Dissertation mit der in der Untersteiermark tätigen „Štajercpartei“ und gibt einen Einblick in die ideologisch motivierten Identitätswirren der Zeit um den ersten Weltkrieg.


Diese drei Aspekte stehen stellvertretend für die Geschichte des Mikrokosmos Steiermark-Štajerska, in dem im Sinne der multiplen Identi
tät und dem Gedanken der offenen Gesellschaft auf beiden Seiten der Grenze wieder Zweisprachigkeit gelebt werden kann.

 
Mag. Michael Petrowitsch ist Geschäftsführer des Artikel-VII-Kulturvereins für Steiermark und Programmverantwortlicher für das Pavel-Haus.