Publikationen

Signal  1999


01 Vorwort

02 Ethnomusikologische Feldforschung in der Südsteiermark

03 Handschriftliche Aufzeichnungen des Priesters M. Ljubša

04 Mit dem Fahrrad Grenzen überwinden

05 Johann Puch / Janez Puh - ein Abriss

06 Grenzüberschreitende Jugendliteratur

07 Die Gottscheer

 

Vorwort

Mit dem vorliegenden Signal geht der Artikel-VII-Kulturverein für Steiermark in das zweite Jahrzehnt seines Bestehens. Grundsätzliches wie die Eröffnung des Kulturzentrums Pavel-Haus in Laafeld, das Ljubljana und Wien gemeinsam ermöglicht haben, ist erreicht worden. Viele der Vereinsziele wie die Zuerkennung des Volksgruppenstatus der slowenischen Volksgruppe in der Steiermark und eine Verbesserung der Schulpolitik zu Gunsten eines geregelten Slowenischunterrichts befinden sich weiterhin in Warteposition.

Nichtsdestoweniger oder gerade deswegen freut es uns, Ihnen anhand der Beiträge, die wir in diesem Magazin gesammelt haben, gelebte slowenische Identität in der Steiermark und interkulturelles Zusammenleben zwischen Steirern und Štajrern aufzeigen zu können. So beschreibt Ursula Hemetek ihre Feldforschungsarbeiten mit einer Studentengruppe im zweisprachigen Gebiet der südöstlichen Ost- und Weststeiermark und bringt sensationelle Ergebnisse, die die Anwesenheit eines slowenischen Elementes in der Steiermark bestätigt. 

Klaus Hermanik beschäftigt sich mit den handschriftlichen Aufzeichnungen des Priester Matija Ljubša über die Pfarre Radkersburg und mit seiner Pfarrchronik von Arnfels, die sich auch mit der Situation der slowenischsprachigen Bevölkerung innerhalb der Pfarrgemeinde auseinandersetzen. 

Wolfgang Wehap wiederum setzt sich mit einer städtekulturellen Verbindung anderer Natur auseinander: Er beschreibt in seinem Aufsatz den Austausch zwischen Graz und Maribor und dies im Zeichen eines Fortbewegungsmittels, dem man sich in der Steiermark und in der Štajerska besonders verpflichtet fühlt, nämlich des Fahrrades. Dem Namen, mit dem man in der Steiermark diesseits und jenseits der Grenze das (motorisierte) Zweirad verbindet, ist der nächste Beitrag gewidmet: Kristina Šamperl Purg zeichnet in ihrem Artikel den Lebensweg von Johannes Puch/Janez Puh nach. Ein ausgezeichnetes historisches Beispiel, das vollkommen im Zeichen einer multiplen Identität steht. Franz Kirnbauer vom Grazer Jugendmagazin Perplex wiederum bezieht sich in seinem Statement auf grenzüberschreitende Jugendarbeit zwischen Graz und Maribor in der Jetztzeit. 

Als kontrastiven Beitrag in Sachen europäischer Volksgruppenpolitik wollen wir den letzten Artikel verstanden wissen: Maridi Tscherne, Geschäftsführerin des Gottscheer Altsiedler-Vereins, widmet sich in sehr persönlichen Worten den Aktivitäten der Gottscheer Volksgruppe heute, ihrer Relevanz in der slowenischen Öffentlichkeit und vor allen Dingen ihren Perspektiven für die Zukunft. In diesem Sinne hoffen wir, einen weiteren Beitrag zur österreichischen Volksgruppenarbeit geleistet zu haben und wünschen uns für die kommende Legislaturperiode einen entscheidenden Fortschritt bei der Verwirklichung und Umsetzung der Rechte der Slowenen in der österreichischen Steiermark.

Mag. Michael Petrowitsch, Geschäftsführer des Artikel-VII-Kulturvereins für Steiermark