Publikationen

Signal  2000


01 Vorwort

02 Entwicklung und derzeitger Stand des Slowenischunterrichts in der Steiermark

03 Musikalische Feldforschung in der Südsteiermark

04 Tage, die Gornja Radgona bewegten

05 Unbekannte Nachbarn: Roma in Slowenien

06 Laafelder Archiv für Steiermark/Stajerska (LASS)

07 Der Radkersburger Philosoph Franz Weber (1890-1975): Leben und Bedeutung

08 Konzert des Avgust-Pavel-Chores aus dem ungarischen Porabje/Raabgebiet

09 Das Laientheater Teharje zu Gast im Pavel-Haus

 

Konzert des Avgust-Pavel-Chores aus dem ungarischen Porabje/Raabgebiet

Ein wichtiges Anliegen des Artikel-VII-Kulturvereins für Steiermark ist es, Kontakte mit der slowenischen Minderheit und anderen Volksgruppen im In- und Ausland zu knüpfen und zu pflegen. Deshalb war es für den Verein eine große Ehre, den Chor der slowenischen Minderheit aus dem ungarischen Porabje/Raabgebiet in Bad Radkersburg empfangen zu dürfen. Am Sonntag, den 21. Mai 2000 begleitete der Avgust-Pavel-Chor die deutsche Messfeier in der Radkersburger Kirche mit slowenischen Kirchenliedern. Zahlreiche Radkersburger waren zur Messe erschienen und bedankten sich anschließend mit einem kräftigen Applaus. Im Pfarrhof stimmten die SängerInnen noch ein paar Lieder an und viele Besucher hörten mit großem Interesse zu. Anschließend führten wir unsere Gäste ins Pavel-Haus, wo Krista Pörsch als Vertreterin der Minderheit vor Ort, die Gruppe ein wenig in die Geschichte der Steirischen Slowenen einführte. Der Tag klang mit fröhlichen weltlichen Liedern aus. 


Der Chor stammt aus dem größten slowenischen Ort im Porabjegebiet: Gornji Senik/ Felsöszölnök. Der Ort wurde 1378 erstmals urkundlich als Zelnuk superior und inferior erwähnt. Gornji Senik hat ca. 800 Einwohner und ist der Standort der staatlichen slowenischen Selbstverwaltung. Gegründet wurde diese Singgemeinschaft 1938 und nach dem Sprachwissenschaftler, Museumsdirektor und Dichter Avgust Pavel benannt. Der Lehrer und Organist Andraš Cabai rief ihn ins Leben. Der Kirchenchor bestand damals nur aus Sängerinnen und erst 1957, als Jožef Vaš die Leitung übernahm, traten dieser Gesangsgemeinschaft auch Männer bei. 


Unter Vaš gab es erste Auftritte in Slowenien, u.a. auch im Geburtsort Avgust Pavels, in Cankova. 1971 nahm der Chor zum ersten Mal am jährlichen Sängertreffen in Šentvid teil, wo er mittlerweile zum Stammgast geworden ist. 


1985 übernahm Marija Trifus, Musiklehrerin in St.Gotthard/Monošter, den Chor. Obwohl sie selbst nicht zur slowenischen Minderheit gehört, bemüht sie sich sehr, die slowenische Sprache zu erlernen. Sie hat das Programm des Chores auf Kirchenmusik erweitert. Anfangs waren es nur Weihnachtskonzerte, dann wurden aber auch slowenische Messen gesungen. Zwischen 1985 und 1998 hatte der Chor 141 Auftritte in Ungarn, Slowenien, Österreich und Deutschland. Derzeit besteht der Chor aus 30 SängerInnen, die großteils der slowenischen Minderheit angehören. 1998 feierte der Avgust-Pavel-Chor sein 60jähriges Bestehen und zu diesem Anlaß wurde eine Broschüre über die Geschichte des Chores sowie eine Kassette mit slowenischen Kirchenliedern herausgegeben. 


Susanne Weitlaner ist Slowenischlehrerin in der Steiermark