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Das andere Radkersburg / Ein Rundgang

04. Grazertorplatz 15


1896 wurde am Ende der Langgasse das Gebäude der Sparcasse errichtet. Die Sparkasse ist – wie auch das Rathaus – ein wichtiger Ort in der Frühgeschichte der evangelischen Gemeinde Radkersburgs, fanden doch hier (heute ist darin das Finanzamt untergebracht) noch vor der Errichtung eines eigenen Bethauses Gottesdienste und Abendmahlfeiern statt. Die Mehrheit der sich hier zum Gottesdienst einfindenden Evangelischen waren anfangs Knechte und Dienstboten aus dem Übermurgebiet/Prekmurje. Dazu kamen noch einige andere Zugereiste aus Wien, Siebenbürgen und dem Deutschen Reich.

Gegenüber dem heutigen Finanzamt, östlich des „Puchhauses“, befand sich der erste Kirchenbauplatz der evangelischen Gemeinde. Auf diesem teils im Stadtgraben gelegenen Grund, den die Gemeinde 1903 von Kleinoscheg erwarb, sollte eine evangelische Kirche mit Pfarrhaus des Kirchenarchitekten Bartning errichtet werden. Auf Grund der enormen Mehrkosten wegen zusätzlicher Fundamentierungsarbeiten konnte der Plan nicht verwirklicht werden.

Unmittelbar hinter dem ehemaligen Kirchenbaugrund, bei den Hinterhöfen, wurde bis vor kurzem das mittelalterliche jüdische Viertel vermutet. Neben dem ehemaligen Sparkassengebäude steht seit 1958 das Denkmal der Roten Armee, das 1945 von Prof. Gösser geschaffen wurde und ursprünglich am Hauptplatz vor der Mariensäule auf einem 6 Meter hohen Sockel stand.