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Das andere Radkersburg / Ein Rundgang

07. Langgasse 27


Dieser Freihof, der am Ende des 13. Jahrhunderts Hartwig von Monsberg gehörte, war seit 1580 im Besitz von Karl von Herberstorff. Dieser hatte 1582 in Prentl, außerhalb der Stadt, eine protestantische Kirche mit Schul- und Mesnerhaus sowie einen Friedhof anlegen lassen. Im Zuge der Gegenreformation mußte er, als man 1630 den Adel vor die Wahl stellte, zur Katholischen Kirche überzutreten oder auszuwandern, seinen Besitz an einen Grafen Sidenitsch verkaufen. An der Nordseite des Innenhofes befindet sich das Familienwappen von Karl von Herberstorff und seiner Frau Anna Susanna von Liechtenstain.

Das Haus sollte aber auch 300 Jahre später wieder von einem Evangelischen bewohnt werden. Der erste Radkersburger Pfarrer seit der Gegenreformation, Heinrich Goschenhofer, bewohnte hier drei Zimmer. In einem fanden während der Zeit des Nationalsozialismus, als Religionsunterricht nur noch in kircheneigenen Räumen abgehalten werden durfte, Religionsunterweisungen für Kinder statt.