>> BACK

Das andere Radkersburg / Ein Rundgang

13. Langgasse 43


Hier befindet sich seit 1848 der Sitz des Bezirksgerichtes Radkersburg. Urkundlich wird dieses Haus erstmals 1527 erwähnt. 1609 wurde es durch Erzherzog Ferdinand zum Freihof erhoben, was steuerliche und rechtliche Vorteile mit sich brachte.

Verschiedene Inschriften zeichnen die wechselhafte Geschichte des Hauses nach; so werden als Besitzer u. a. Niclas Wechsler und Hans Friedrich Herr von und zu Trauttmansdorff genannt
. 

Dieser Ort ist aber auch ein Ort, an dem immer wieder Roma inhaftiert waren. Seit dem verschärften Vorgehen gegen diese wurden ab 1888 jährlich summarische Berichte über die „Erfolge bei der Bekämpfung des Zigeunerunwesens“ an die Statthalterei abgeliefert. Daraus geht hervor, daß vor allem Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts jährlich über 50 Roma verhaftet und verurteilt wurden. Die Inhaftierung und Verurteilung erfolgte fast ausnahmslos wegen Landstreicherei und Bettelei. Nur in ganz seltenen Fällen wurden in Radkersburg Roma wegen Diebstahl angeklagt.

Obwohl in den Zeitungen immer wieder „Einbrüche nach Zigeunerart“ gemeldet wurden, stellten sich viele davon als Einbruchsdiebstähle von Schmugglern und Einheimischen heraus. Viele Einbrecher konnten auch unbemerkt über die Grenze nach Ungarn/Slowenien entkommen.