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Das andere Radkersburg / Ein Rundgang

14. Frauenplatz/Frauenkirche Maria Hilf


Vom Frauenplatz ausgehend, verlief im Mittelalter zwischen der Murgasse und dem Hauptplatz eine heute nicht mehr existierende Gasse, die Judengasse. Hier lebte geschlossen bis zu ihrer Vertreibung 1498 die Radkersburger jüdische Gemeinde. Juden sind in Radkersburg erstmals 1338 urkundlich nachweisbar, doch dürften schon früher welche hier gelebt haben. 

Sie hatten sich im 14. Jahrhundert an bedeutenden Handelsstützpunkten – wie etwa Radkersburg – niedergelassen und waren fortan als Geldverleiher tätig. An der Stelle, wo heute die Frauenkirche steht, dürfte sich die Synagoge und nördlich davon der jüdische Friedhof befunden haben. Nach der Vertreibung der Juden wurde hier eine Frauenkapelle errichtet, aus der 1643 die Frauenkirche entstand.

Diese war bis in das 20. Jahrhundert die Kirche für die slowenische Bevölkerung, gab es doch hier zwischen1749 und 1920 am Sonntag einen slowenischen Gottesdienst. Die slowenische Inschrift aus 1847 (naša pomoènica prosi za nas/ Unsere Helferin, bitte für uns) über dem Portal ist als letztes Zeichen dafür heute noch sichtbar.